Die Guggämusik "Ohrwürmer"
- Eine tolle Geschichte -


Am 10.10. im Jahre des Herrn anno 1988 fanden sich einige damals noch junge, teils mehr oder weniger musikalische Mädels, Männer und solche, die gerade auf dem Weg waren, zusammen und beschlossen, die Fischbacher Fasnet zu bereichern. Ursprünglich aus den Reihen der Jugendclub-Mitglieder und deren Freunde entstanden, sammelten diese unter der Leitung von Rubin Müller immer mehr willige junge Leute ein, die hemmungslos den schrägen Tönen verfallen waren. So waren es nicht nur Fischbacher, sondern auch Musiker(innen) aus Weilersbach, Niedereschach, Flözlingen und Weiler, die hier trommelten und hupten so gut es eben ging.

Die Gründer am 10.10.1988 waren:
Rubin Müller (Posaune), Conny Müller (Trommel), Birgit Zweig (Trommel), Doris Schlenker (Trommel), Rudi Schleicher (Tenorhorn), Astrid Flaig (Waschbrett), Siggi Link (Trompete), Maggy Neininger (Trommel), Markus „Pinki“ Kammerer (Trompete), Jutta Weber (Trommel), Berthold Weißer (Tenorhorn), Bernd „Brot“ Roth (Trompete), Werner „Tschopper“ Petrolli (Posaune), Hansi Letzkus (Trommel).

Ehrlich gesagt war es anfangs weniger die Musik, die die Gruppe zusammenschweißte, sondern unglaubliche Feste und Erlebnisse miteinander. Denn unsere „Kunst“ war zu Beginn derart dem Freistil zuzuordnen, dass manche Veranstalter von Fasnets-Bällen dies einfach nicht zu würdigen wussten und uns den Zutritt verwehrten… Zu unserer Verteidigung muss man allerdings sagen, dass 1988 der Begriff "Guggämusik" in den meisten Köpfen noch nicht existierte und mit dem Hineinblasen in Tüten gleichgesetzt wurde.

Zu den besagten Erlebnissen gehörte auch, dass man sich vor jedem Abend im „Ohr-In“ in Sinkingen, bei Mama Müller traf und mit Nusszopf, Kaffee, Knoblauchspaghetti, Ouzo aus der Bauchflasche (der übrigens jahrelang immer halbvoll war und leer werden musste!!??), Bier, Wein und anderen Leckereien verwöhnt wurde.

Bisweilen endete ein Auftritt für manche schon bevor er begann, denn das Gelage in Connys oder Rubins Zimmer hatte böse Folgen für die Spielfähigkeit mancher, oder sogar der ganzen Gruppe. Egal, aber ein gelungener Abend war es dann trotzdem, wenn man auch einmal nicht auf der Gass war.

In den folgenden Jahren stießen immer mehr neue Ohrwürmer und Ohrwürmerinnen dazu, aus allen Ecken der Gegend, sodass Rubin bald auf einen rechten Haufen blicken konnte, der zu allem bereit war. Leider mussten wir auch schon sehr früh zwei Ohrwürmer zu Grabe tragen, die wir aber stets in guter Erinnerung behalten werden!

Langsam aber sicher entwickelte sich der Haufen von Krachbläsern und Trommlern, der sich gefunden hatte, zu einer immer besser werdenden Guggänmusik, die Ihren Namen verdiente. Die Proben wurden mit großem Ehrgeiz abgehalten und bekamen von mal zu mal immer mehr Professionalität. Auftritte wurden häufiger und wir wurden im Gegensatz zu den Anfängen, in vielen Hallen zu einem gerne gesehenen Gast, der stets gut aufgenommen wurde. Zu unserer treuen „Fangemeinde“ gehört z.B. die Gayser-Gilde aus Obereschach, die hier einmal namentlich erwähnt werden muss. In den ersten Jahren wurde uns der Einlass immer verwehrt, weil die Halle schon „überfüllt“ war. Aber als wir dann das erste mal gespielt hatten und die Zuhörer auf unserer Seite waren, wurde Obereschach zu einer Stammkneipe! Viele Jahre war der Gayser-Ball am Fasnet-Suntig der krönende Abschluß eines genialen Abends. Nicht selten waren die "Ohrwürmer" beim Abschließen der Halle dabei um dann anschließend die Gemächer eines Ohrwurms zum schon legendären Ohrwurm-Frühstück zu stürmen.

Durch diverse Kontakte blieb es natürlich nicht aus, daß wir eines Tages auch die Schweiz mit unseren musikalischen Ohrwürmern beglücken durften. Und so verlängerten wir einige Jahre die Fasnet-Saison um eine Woche und besuchten mit unseren Freunden aus Grüningen (D) unsere Freunde der Fasnachtsgesellschaft Grüningen (CH) bei Rapperswil. Was soll man sagen: Das Heimatland der Guggämusik hat festtechnisch einiges zu bieten und so folgte einem genialen Auftritt am Samstagabend vor ausverkauftem Haus nicht selten ein etwas gequälter Auftritt am Sonntagmorgen. Lustige und interessante Erlebnisse im Massenquartier der Schweizer Volksarmee konnten wir ebenso erleben wie gelungene Fasnachtsumzüge am Sonntagmittag.

Zu den anfänglich wenigen Ohrwürmern kamen in den zurückliegenden Jahren viele hinzu, und einige gingen wieder nach kurzer Zeit. Aber die, die sich mit dem Virus Guggämusik infiziert hatten, blieben da. So ist es auch nicht verwunderlich, daß aus den Reihen der Ohrwürmer schon einige Pärchen, Hochzeiten und Ohrwurm-Nachwuchs entstanden sind.
2009 konnten wir unseren Klangkörper außer mit 2 Sousaphonen mit einem für Guggämusiken außergewöhnlichen Instrument bereichern, nämlich einem Dudelsack. 2010 kam ein weiterer Dudelsack hinzu. Und so können wir heute auf stolze 42 aktive Musikerinnen und Musiker blicken (Stand Februar 2010).

Musikalisch geleitet wurden die Ohrwürmer bisher von:

- Rubin Müller ( 1988-1992 )
- Hartmut Stern ( 1992 -1996 )
- Harald Schmidt ( 1996-1998 )
- Daniel Lipp ( 1998 - 2008 )
- Stefan Staiger (seit 2009)

Wer wissen will, wo wir schon überall gespielt haben, schaut sich einfach unsere Linkseite an.

Unsere Guggämusik besteht im wesentlichen aus folgenden Registern
(Stand März 2011):

Dudelsack   2 Ohrwürmer
Gr. Trommel   4 Ohrwürmer
Percussion   2 Ohrwurm
Posaune   6 Ohrwürmer
Saxophon   8 Ohrwürmer
Drumset   5 Ohrwürmer
Sousaphon   3 Ohrwürmer
Tenorhorn   7 Ohrwürmer
Trompete 10 Ohrwürmer

Hier geht's zu unserer Fan-Seite (noch in Arbeit)

Die Original "Ohrwurm-Band"

Was uns sicher von einigen anderen Guggämusiken unterscheidet ist, daß wir zu einem großen Teil aus echten Musikerinnen und Musikern bestehen, die einfach Spaß an der Musik - und natürlich an der Fasnet - haben. Daher lautet unser Motto auch: "Wir spielen nicht nach Zahlen, wir spielen nicht nach Noten, wir spielen AUSWENDIG!". Ein weiterer Beweis unserer musikalischen Begeisterung ist die Tatsache, daß wir neben unserer großen Guggämusik auch eine kleine "Ohrwurm-Band" haben, die bei verschiedenen Gelegenheiten und Festen gepflegte Blasmusik mit Polka, Marsch und moderneren Kompositionen zum Besten gibt. Auch hier gilt: Uns kann man buchen, wir spielen aber nicht für Geld - Wir spielen für unser Puplikum und zu unseren eigenen Freude. Natürlich hat der Musiker grundsätzlich immer eine trockene Kehle, einen leeren Magen und einen leeren Geldbeutel. So kann man uns bei jedem Auftritt trotzdem eine Freude machen - wie auch immer...

aktualisiert: 12.07.2011